Wissenswertes

Abstrakte Kunst

Bei der abstrakten Kunst herrscht eine deutlich größere Freiheit der Darstellungsweise als in der gegenständlichen Kunstform, wo früher nur Landschaften, Häuser, Menschen und Tiere dargestellt wurden. Bei der modernen abstrakten Kunstform geht es den Künstlern um die Ausdrucksweise von Innenwelten, die facettenreicher sind, als die visuelle wahrnehmbare Außenwelt. Der Betrachter wird dazu aufgefordert, sich noch stärker mit der Schöpfung dieser Welten auseinanderzusetzen.

Seelentief von Albers Kunst
Seelentief – 100 x 100 cm

Die abstrakte Kunst ist dadurch gekennzeichnet, dass die Künstler sich in ihrer Arbeit zunehmend von der Darstellung realer Welten entfernen und ihre Kunstwerke aus nicht gegenständlichen oder nur andeutenden Formen, überwiegend abstrakt, komponieren. Deshalb spricht man bei der abstrakten Kunst auch von der „gegenstandslosen Kunst“ oder „gegenstandsfreien Kunst“.

Davon Rollen von Albers Kunst
Davon Rollen – 100 x 100 cm

Die ersten Künstler entfernten sich bereits kurz nach 1900 von der Darstellung der realen Welt. Bekannt ist zum Beispiel Wassily Kandinskys Werdegang, der von einer stilisierenden Malerei im Sinne des Münchener Jugendstils über zahlreiche Entwicklungsphasen letztendlich zu abstrakten Kompositionen führte, die in der absoluten Gegenstandslosigkeit der geometrischen Formen mündeten.

Auch der Amerikaner Jackson Pollock gilt als namenhaftester Vertreter des abstrakten Expressionismus und Action Painting bezeichneten Kunstrichtung zu Beginn der 1950er Jahre in den USA.

red Move von Albers Kunst
red Move – 140 x 100 cm

Kunsttechniken die in der abstrakten Kunst zum Einsatz kommen

Im Bereich der Malerei mit Öl und Acryl zählen die Spachteltechnik, Gießtechnik, das Dripping, die Lasurtechnik und die Mischtechnik zu den wichtigsten Methoden der abstrakten Kunstform. In der Bildhauerei finden sich Skulpturen aus Stahl, Holz und Sandstein, Bronzeguss und Kunstplastiken. Darüber hinaus gibt es noch die Collage und die Verwendung unterschiedlicher Materialien als sogenannte Mixed Media Technik.

Kritik an der abstrakten Kunst

Beim Publikum als auch bei Kunstkritikern hatte es die abstrakte Kunst schwer, aufgenommen zu werden. Begeisterte Aufnahme und Verteidigung fanden sich bei denen, die damit in Kontakt kamen. Aufgrund ihrer Abweichung vom etablierten Kunstbegriff und Ihres Verzichts auf die gegenständliche Abbildung stieß sie bei der Mehrheit des Publikums auf Missfallen.

Zitate bekannter abstrakter Künstler

„Der abstrakte Maler bekommt seine Anregung nicht von einem x- beliebigen Stück Natur, sondern von der Natur im Ganzen, von ihren mannigfaltigsten Manifestationen, die sich in ihm manifestieren und zum Werk führen.“ (Wassily Kandinsky)

„Es gibt keine Gegenstände und keine Farbe in der Kunst, sondern nur Ausdruck.“
(Franz Marc)

„Je abstrakter die Kunst wird, desto mehr wird sie Kunst.“
(Robert Musil)

Der Einfluss von Sigmund Freud und Gustav Jung in der Kunst

Dem Künstler Jackson Pollock beeindruckte in den späten 1930ern das Konzept der Surrealisten, die den Ursprung der Kunst im Unterbewussten fanden. Viele Surrealisten hatten die Bücher von Sigmund Freud gelesen, der das Unterbewusste als individuelles Fundament verdrängter Triebe und meist sexueller Art verstand.

Als die Abstrakten Expressionisten hervortraten, bezogen sie ihre Inspiration hingegen von Carl Gustav Jung. Für Jung existierte zwar ebenso ein persönliches Unterbewusstsein, doch sah er darunter eine noch tiefere Schicht, nämlich ein zweites psychisches System, von kollektivem, nicht persönlichem Charakter, das wir Menschen für die einzige erfahrbare Psyche halten.

Jung wies die im wesentlichen Denken so dominanten Konzepte der Individualität und Einzigartigkeit zurück und betonte stattdessen die gemeinschaftlichen und sich wiederholenden Elemente der menschlichen Erfahrungswelt. Das von Jung kollektive Unterbewusstsein besteht aus Archetypen: Urbildern oder Lebensmustern aus der frühen Menschheitsgeschichte, die sich Generation für Generation wiederholen. (Quelle: „ Pollock“ von Catherine Ingram und Peter Arkle)